Gastbeitrag

Gastbeitrag Philips: Conversational AI und ihre Zukunft in Anwaltskanzleien

30. November 2021

Autor: Konstantin Thaa

Der digitale Wandel hat vor Jahrzehnten begonnen und alle Facetten unseres Lebens erreicht. Dies wurde natürlich durch den jüngsten Bedarf an ortsunabhängigen Bürolösungen, Home-Office, Fernunterricht und virtuellen Treffen beschleunigt.

Heutzutage können wir bei der Arbeit einfach nicht mehr ohne digitale Technologie auskommen. Auch Kanzleien und Rechtsabteilungen in Unternehmen müssen also immer mehr technologisch ausgereift sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Während die Technologie immer komplexer wird, sollte die Nutzung für Benutzer*innen weniger komplex werden. Denn: Ein noch so leistungsfähiges Werkzeug ist nutzlos, wenn es nicht genutzt werden kann.

Für uns bedeutet das, dass wir die Prozesse automatisieren und die Technologie intuitiver gestalten müssen, damit die Komplexität in den Hintergrund tritt. Die intuitivste und einfachste Art zu kommunizieren ist unsere Stimme.

Was ist Conversational AI?

Conversational AI setzt maschinelles Lernen ein, um menschliche Gespräche zu verarbeiten und mit Menschen zu interagieren.

Diese Vorstellung mag sehr weit hergeholt erscheinen, aber im Moment tragen wir alle jene “Maschinen” bei uns, die bereits in der Lage sind, einige dieser Funktionen nachzubilden. Jedes Smartphone hat heutzutage eine Form eines virtuellen Assistenten; bei Android ist es der Google-Assistent, beim iPhone ist es Siri. Es handelt sich um Konversationsschnittstellen, die neuronale Netze, Vorhersagemodelle und die Verarbeitung natürlicher Sprache nutzen, um dies zu erreichen. 

Warum also konzentrieren sich Unternehmen wie Google, Apple, Microsoft und Co. so sehr auf die Sprachtechnologie? In einer Welt, die immer komplexer wird, ist die Stimme ein erfrischend einfacher Eingabemechanismus ist. 

Bei KI – oder künstliche Intelligenz – ist es nicht nötig, dass jede Variable und jedes Ergebnis vorprogrammiert ist, denn die Maschine lernt auf der Grundlage von Informationen, die sie erhält. Sie erkennt Muster und nutzt diese, um immer genauere Regeln zu erstellen, die sie immer zuverlässiger machen. Deshalb sind Daten bei der Entwicklung einer KI so wichtig.

Und ob Sie es nun wussten oder nicht, Sie haben bereits selbst eine künstliche Intelligenz trainiert.

Hierfür ein einfaches Beispiel, das vermutlich jeder/jede kennt: Irgendwann mussten Websites vor bösartiger Software geschützt werden. Die Lösung war ein Test, mit dem festgestellt werden konnte, ob es sich um eine Person oder eine Software handelte, die auf eine Website zugreifen wollte. Der Test musste etwas sein, das Menschen wirklich gut können und das Computern hingegen schwerfällt. 

CAPTCHA – Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart – Tests sind heute omnipräsent bei der Internetnutzung.

Google stellte einen solchen Test zur Verfügung und nutzte ihn sowohl für die Zugangsbeschränkung als auch für das Training seiner eigenen KI.

Was haben Spracherkennung und Conversational AI miteinander zu tun?

Während Conversational AI ein großer Trend für die Zukunft ist, ist die Spracherkennung längst etabliert und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die zweitgrößte Übernahme in der Geschichte von Microsoft war 2021 Nuance, ein Softwareunternehmen, das sich auf Spracherkennung und künstliche Intelligenz konzentriert. 

Die Rechtsbranche ist neben dem Gesundheitswesen seit langem Vorreiter in Sachen Sprachtechnologie. In der Vergangenheit waren es einfache analoge Aufnahmen, die von einer Person gemacht und einer anderen zur Transkription übergeben wurden. Heute geht es um die automatische Digitalisierung und Transkription von Aufnahmen und Dokumenten, die in einen Workflow eingebunden sind, der die Verteilung und Speicherung von Daten und Metadaten ermöglicht.

Der Fokus liegt aber immer noch auf einem Sprecher – bis jetzt.

Wir von Philips Speech sehen nämlich, dass Konversationen in allen Bereichen immer relevanter werden. Der Markt für Conversational AI ist allein im Jahr 2020 um 13 % gewachsen, angetrieben durch rasante Innovationen und enormes Interesse an dieser Zukunftstechnologie. Während Spracherkennung und automatische Transkription inzwischen praktisch allgegenwärtig sind, ist Conversational AI der nächste große Schritt.

Wo lässt sich Conversational AI einsetzen?

Zum Beispiel eine Transkription Ihrer Gespräche mit Mandant*innen und zwar unmittelbar und ohne, dass Sie sich Notizen machen müssen. Diese Konversation kann unmittelbar nach Fall oder Akte kategorisiert werden und Sie haben die Möglichkeit, nachher nach bestimmten Passagen zu suchen.

Dieser große technologische Wandel fällt mit der Tatsache zusammen, dass die Millennials, die mit der digitalen Technologie aufgewachsen sind, einen immer größeren Teil der Arbeitskräfte ausmachen, auch im Rechtswesen. Sie kennen den Wert der Technologie und übernehmen bereitwillig, was ihnen am besten passt, und zwar Werkzeuge, die Zeit, Geld und Arbeit sparen. Werkzeuge sollen mühsame oder komplexe Aufgaben vereinfachen.

Deshalb müssen die Werkzeuge, die Rechtsanwält*innen zur Verfügung stehen, auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sein. Sie müssen intuitiv bedienbar sein, auch wenn – oder vielleicht gerade weil – sie komplexer werden. Philips Speech ist dabei, ein solches Werkzeug – ein KI-basiertes Mikrofon zur Aufzeichnung von Gesprächen – vorstellen und will es an Ihre Bedürfnisse anpassen, um es so intuitiv und wertstiftend wie möglich zu machen.

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